Hin und wieder höre ich von Vogelzüchtern, dass sie sich keine Vögel schicken
lassen oder auch selbst keine verschicken. Entweder sie denken dem Vogel könne
etwas passieren, haben kein Vertrauen zum Transportunternehmen oder sie kennen
sich mit dem Ablauf des Vogelversandes nicht aus. Auch ich versuche nach
Möglichkeit neue Vögel selber direkt vom jeweiligen Züchter abzuholen. Manchmal
lege ich auch für nur einen einzelnen Vogel Hunderte von Kilometern zurück.
Wenn es aber aus triftigen Gründen nicht möglich ist, den Vogel selber
abzuholen, lasse ich ihn mir zusenden. Auch verschicke ich hin und wieder Vögel
an andere Züchter. Mein Wohnort in der Nähe einer Großstadt ist alles andere
als zentral gelegen, macht es notwendig, manchmal Vögel zu versenden. Denn man
kann nicht erwarten, dass ein Züchter aus Hamburg für einen Vogel fast 900 km nach
Bayern fährt.
Wie aber eingangs erwähnt, gibt es eine Anzahl von Vogelfreunden, die sich mit
dem Vogelversand nicht anfreunden können. Aus diesem Grunde möchte ich an
dieser Stelle über den Versand von Kleinvögel
berichten. In den vergangenen Jahren habe ich ausschließlich europäische Vögel
verschickt bzw. mir schicken lassen. Bis 1995 mit der Deutschen Post und ab dem
1.7.95 mit einem privaten Logistikunternehmen, da die Post den Transport von
lebenden Tieren zu diesem Zeitpunkt einstellte. Meine Vögel versende ich
ausschließlich mit der Firma Franken Express Mit diesem Unternehmen habe ich ausgesprochen
gute Erfahrung gemacht. Sie garantiert die Zustellung innerhalb von 24 Stunden.
Außerdem wird der Vogel direkt bei mir abgeholt und auch dem Empfänger an die
Haustür geliefert. Über die Zentrale 0911 - 321630
bekomme ich die
Franken
Express als Partner in meiner
Nähe. Hier melde ich meinen geplanten Transport an. Es wird jetzt bereits die
Empfängeradresse aufgenommen und auch ein Termin zur Abholung vereinbart.
Lebende Tiere werden von montags bis mittwochs abgeholt. Durch einen
Shuttle-Verkehr zu bestimmten Umschlagsorten, erreichen die Vögel auf kürzestem
Weg den Empfänger. Die Abrechnung erfolgt pauschal, d. h. es gibt keine
Tarifzonen. Für meine Sendungen kommen ausschließlich Paketstücke bis 5 kg in
Frage. Hier beträgt der Versandpreis etwa 45,00 € Inkl.MSt . Ich nutze die
Möglichkeit die Transport- Papiere schon bei mir zuhause Fertig zustellen. Aber
auch Zahlung per Nachnahme ist möglich. Soweit zum Ablauf des Transportes.
Nun heißt es noch, dem Vogel eine möglichst gute Unterbringung während des
Transportes zu verschaffen. Transportkästen kann man selber herstellen oder
auch günstig erstehen. Die Größe des Transportkastens muss natürlich auf die
Größe des Vogels abgestimmt sein. Der Transportkasten muss mit einem Gefäß für
Trinkwasser ausgestattet sein. Hier bieten sich kleine Gefäße bis fünf cm
Durchmesser an. Man kann zum Beispiel Kappen von Spraydosen oder auch die
grünen Futternäpfe für unsere Ausstellungskäfige benutzen. Den Wassernapf klebe
ich mit Hilfe einer Heißklebepistole in eine Ecke des Kastens. In diesen gebe
ich bis zur Hälfte Schaumstoff oder Moos und fülle dann Wasser auf. Ein zweiter
Napf wird auf diese Weise für ein Weichfresserfutter und Lebendfutter
angebracht, sofern ich diese Vogelarten verschicke. Bei Körnerfressern wird ein
Schicht Körnerfutter auf den Boden gestreut. Lieber zuviel als zuwenig! Man
kann natürlich noch Obst und Beeren geben. Wie erwähnt besteht der
Bodeneinstreu bei Körnerfressern aus Körnerfutter. Eine Sitzstange sollte auch angebracht
werden, da sich die Vögel hierauf besser halten können als auf dem Boden.
Weiterhin wird der Kasten mit der Absender- und Empfängeradresse und den
jeweiligen Telefonnummern des Absenders und Empfängers versehen. Nun noch einen
Hinweis auf den Transportkasten anbringen, z. B. ,,Vorsicht lebende
Vögel!", und fertig ist der Transportkasten.
Man sollte nach dem Einsetzen der
,,Passagiere" die Transportkastentür zusätzlich mit Klebeband
verschließen. Die eben dargelegten Erfahrungen beziehen sich ausschließlich auf
Waldvögel und Einheimische Vogelarten. Alle Vögel überstanden diese Art des Transportes
ausgezeichnet. Für andere Vogelarten kann diese Methode entsprechend angewandt
werden. Bei Sittichen ist natürlich das Nagebedürfnis zu berücksichtigen