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Den Alpen-Birkenzeisig global gesehen
Auch alte erfahrene Züchter werden stets bestrebt sein, mehr über ihre Vögel zu erfahren. Es ist für uns immer wichtig, mehr zu wissen über das Verhalten der Vögel, ihre Verbreitung, und die Unterarten zu erkennen.
 Aber die von Ihnen aufgestellte Systematik ist für uns richtungsweisend.
Die Vogelhaltung reicht über das Jahrtausend zurück, und ihre geografische Herkunft kennt keine Grenzen. So waren wir Züchter gezwungen, unser Wissen über die einzelnen Arten zu erweitern, damit wir ihr Wesen und ihre Bedürfnisse kennen lernten. Wir mussten mit den Krankheiten der einzelnen Spezies befassen und lernen, diese zu bekämpfen. Wir mussten viele Fehler aus der Vergangenheit korrigieren. Was uns zu der Zeit an Literatur geboten wurde, war oft genug zum Schaden der Vögel. Unser Wissen ist auch heute noch sehr begrenzt, um den Vögeln das optimale zu bieten, wohl wissend dass wir den Naturgegebenheiten nur sehr nahe kommen können. Erreichen werden wir sie aber niemals. Wir sind immer auf eine höhere Instanz angewiesen,die Hilfe von Mutter Natur.
Wenn wir im Fachbuch nachschlagen, um über eine bestimmte Zeisigart etwas zu erfahren, stoßen wir immer auf den Begriff " Finkenvögel" dieses sollte man nicht auf die Goldwaage legen, dieser Begriff ist für eine Reihe von Vogelgruppen als traditionelle Sammelbezeichnung zu verstehen. Wenn wir über Zeisigarten sprechen, halten wir uns an die Spinusarten, wovon über 20 Arten bekannt sind nicht mitgerechnet die vielen Unterarten.
Ich habe in den 25 Jahren wo ich Vögel halte und züchte, etwa 5 Spinusarten gehalten und gezogen. Global gesehen sind die Spinusarten eng miteinander verwandtschaftlich verbunden, was durch Zuchtversuche die wir durchführten bestätigt wurde. Ich möchte darüber jetzt nicht ins Detail gehen, sondern eine Art ansprechen die nicht zu dieser Familie zugeordnet werden kann, den " Birkenzeisig" Carduelis flammea (L) seit 1979 nach ( Wolters) umbenannt wieder als Acanthis flammea. Diese Art gehört nicht zu der Familie der Spinusarten, ist also kein echter Zeisig. Doch es sollten die seit altersher eingeführte und gefestigte Bezeichnung beibehalten werden. Die Systematischen Auffassungen über diese subpolar lebende Spezies, sind für den Laien schwer durchschaubar. Sowohl im Freileben als auch in der Gefangenschaft, können bei uns verschiedene Formen auftauchen.
 .Die Nomenklatur dieser Spezies.
1. Acanthis f. flammea (LINNE)           2. Acanthis f. holboelli (BREHM)
3. Acanthis f. cabaret (MÜLLER)           4. Acanthis f. islandica (HANTSCH)
5. Acanthis f. rostrata (COUES)        6. A. h. hornemanni (HOLBCEL)
7. Acanthis h. exilipes (COUES)
Nach heutiger Auffassung gibt es 7 Unterarten zirkumpolar bis zur nördlichen Baumgrenze, in der Tundra über Europa, Asien und Nordamerika verbreitet.
Die Nominatform Acanthis f. flammea zu beschreiben erübrigt sich wohl. Der Alpenbirkenzeisig, Acanthis f. cabaret bedeutend kleiner als die Nominatform hat eine dunklere Oberseite, mit einer rostroten Säumung des Großgefieders und dementsprechend gefärbte Flügelbinden. Die Weibchen und die Jungen sind an Kehle, Hals und Brust tiefer braun als die Nominatform. Der Alpenbirkenzeisig früher nur auf den Britischen Inseln und den Alpen als Brutvogel bekannt, dehnte sein Vorkommen gewaltig aus, brütet heute im Bayrischen Wald, Böhmerwald, im Erzgebirge, in den Sudeten, und weit nach Osteuropa hinein. Er tritt von Zeit zu Zeit bei uns invasionsartig in den Monaten Oktober / November auf, uns ist an Birken und Erlenbeständen gut zu beobachten.
Die in Skandinavien vorkommende Variante Acanthis f. holboelli und die Nominatform sind bei uns auch nur als Wintergäste zu betrachten. Ihre Brutgebiete ziehen sich bis zum Baikalsee, sie brüten in subalpinen Zonen, selten in Nadelwälder. Boreale und gemäßigte Zonen, lichte Waldbestände mit angrenzenden Wiesen. Biotope mit Weiden und Birkenbestand. das Nest wird oft in Zwergsträuchern gebaut, reichlich mit Federn ausgepolstert, der Nestbau obliegt dem Weibchen. Zur Ernährung und Jungenaufzucht dienen die zu der Zeit stark auftretenden Mückenschwärme als Animalische Kost, Sämereien vieler Kräuter und Pflanzenarten, Nadelholzknospen und deren Samen, viel Birken und Erlensamen.
Im Norden von Amerika und im Kanadischen Raum kommt Acanthis f. rostrata vor. Die Polarbirkenzeisige Acanthis h. hornemanni und die früher als Unterart von hornemanni angesehene Art, Acanthis h. exilipes leben im Südlichen Grönland. Sicherlich ist es hier zu Mischformen gekommen! Die auf Island lebende Form wird als stabilisierte Mischform Acanthis f. islandica angesehen. Diese drei Arten sind bedeutend heller als die Nominatform, sie sind Oberseits licht bräunlich grau, und Unterseits weiß, Brust und Bürzel haben einen rosaroten Anflug, was wohl auch zu den Namen "Schneezeisig" führte.
Haltung und Zucht der Birkenzeisige: Der Birkenzeisig kann als ausgesprochener Volierenvogel angesehen werden, diese Vögel sind äußerst empfindlich gegen Wärme, also kein Vogel für den Käfig in warmen Räumen. Sie können ganzjährig in der Außenvoliere leben, und erweisen sich als harte Vögel, auch mit größeren Arten können sie vergesellschaftet werden. Sie sind schnell mit dem Züchter vertraut. Das Nest wird allgemein in 150 - 250 cm über den Boden angelegt, bei mir haben sie in einen Zierstrauch in 80 cm Höhe über den Boden ihr Nest gebaut. Das Nest wird nur vom 0,1 gebaut, reichlich mit Federn ausgelegt. Der Züchter muss dafür sorge tragen das genügend Nistmaterial in der Voliere verteilt wird, Moos, Grashalme, Kokos und Hanffasern, und vor allem genügend Federn. Zur Erleichterung kann man in unterschiedlicher Höhe Astquirle mit eingeflochtenen Nistkörbchen anbringen. Diese wurden bei mir gerne angenommen. Die Brutzeit ab Ende April, bei den Arten aus dem hohen Norden ende Mai oder Anfang Juni. Das Gelege 4 - 6 blaugrünliche Eier am stumpfen Ende braun rot gefleckt. Brutdauer 11 - 12 Tage nach Witterungseinflüsse 1 - 2 Tage länger. Nur das 0,1 brütet, wird aber vom 1,0 auf dem Nest versorgt beim cabaret etwas länger. Es kann vorkommen das 1 Tag vor dem Ausfliegen schon das erste Ei der zweiten Brut im Nest liegt, diese so genannte Schachtelbrutverfahren kann böse Folgen haben für die erste Brut. Die nun ausfliegenden Jungen werden nicht regelmäßig vom 1,0 gefüttert, das nun wieder brütende Weibchen wird vom 1,0 als Erstes versorgt. Das kann zum absterben einzelner Jungvögel führen. Wenn es nicht zur Schachtelbrut kommt, werden die Jungen von beiden Eltern bis zur Selbstständigkeit versorgt.
Die Ernährung: Zur Ernährung reicht das im Handel erhältliche Waldvogelfutter nicht aus. Birken- und Erlen, nach Möglichkeit auch Nadelholzsamen müssen beschafft werden. Grünes rühren sie meistens nicht an. Es sollten Wegerich, Ackerhellerkraut, Hirtentäschel, Sauerampfer usw. mit reifen oder halb reife Samen im Bündel an der Volieren oder Käfigwand angehängt werden. Aber auch diese Wildsämereien nehmen nicht alle Birkenzeisige auf Anhieb. Deshalb ist es ratsam, "Verweigerern"  futterfeste Erlenzeisige oder Stieglitze hinzuzugesellen, durch die sie zur Futteraufnahme stimuliert werden. Ich stellte folgende Futtermischung zusammen die gut aufgenommen wurde, Hirse, Glanz, Hanf, Nigersaat, Mohn, Lein, div. Wildsämereien, wie Birkensamen, Erlensamen, Raps, auch angekeimt, sowie Grünes, "wie die Natur es bot". Weichfutter und Insekten wurden abgelehnt, Puppen von Rasenameisen in geringem Umfang verzehrt, und offensichtlich stieg der Verbrauch selbst wahrend der Brut nicht an. Sehr beliebt waren Knospen. Ab Bebrütungsbeginn wurden Blattläuse, kleine Wachsraupen und Ameisenpuppen gefressen, Mehlwürmer, auch zerkleinert, dagegen nicht, aus dem Waldvogelfutter wurden vor allem die Rapskörner herausgesucht. In Wasser frisch gehaltene Erlen und Birkenzweige suchten sie nach Insekten ab. So kam es bei mir kaum zu Verlusten in der Birkenzeisigzucht. Ich möchte noch darauf hinweisen, Birkenzeisige können im Schwarm in der Voliere gehalten werden und brüten auch,
aber die Arten sollten getrennt gehalten werden um zu vermeiden das es zu Mischformen kommt.
Resümee Wer Vögel egal welcher Spezies halten will, sollte zuerst ihr Wesen und ihre Bedürfnisse kennen lernen, um diese befriedigen zu können.

Dieser Satz umfasst alles, was uns Züchtern als Richtlinie in der Haltung und Zucht unserer Vögel von Bedeutung sein sollte. Alles > Lernen < geschieht im Dienste der Vogelzucht. Es ist wichtig, ganz bei der Sache zu sein, sich darauf zu > konzentrieren <, um zu behalten was einem geboten wird. Wenn man mehr beobachtet, wenn man mehr weiß, so behält man auch mehr, weil reiches Wissen die neuen Themen aufnimmt und stützt.

Etwas Unverstandenes lernt sich sehr schwer. Was man nicht versteht besitzt man nicht