Vogelkrankheiten


Ektoparasiten

Rote Milben

Am Tage wird man diese Milben für gewöhnlich nicht am Vogel entdecken können, wohl aber nachts. Tagsüber verkriecht sie sich in Ritzen und Spalten des Käfigs und des Nistkastens. Sie befallen die Vögel in der Dunkelheit. Obwohl der Befall nicht lebensbedrohend ist, bedeutet er für den Vogel jedoch eine ständige Plage. Stark befallene Weibchen verlassen dabei nicht selten das Gelege. Als ideale Bekämpfung hat sich ein Insekten-Strip erwiesen. Unbedingt muß jedoch hierbei die Raumgröße zum Wirkungseffekt des Strips beachtet werden. Der direkte Kontakt mit dem Strip ist jedoch auf alle Fälle zu vermeiden.

Grint - Räudemilben

Der Grindbefall, beim WS hauptsächlich um den Schnabel des Vogels, wird durch eine Milbe verursacht, die sich zunächst in diesem Bereich aufhält, da sie hier die günstigen Nahrungsquellen sieht. Dieser korallenähnliche Befall erstreckt sich auch auf andere Körperteile des Vogels wie unterhalb des Schnabels, Augenpartien, Ohrrändern, Bürzeldrüsen, Analbereich, Flügelkanten und nicht zuletzt auf die Beine. Das Nichterkennen des Befalls an den Stellen, die nicht einzusehen sind,  ist das Problem in der Kontrolle dieser Erkrankung. Der Fachhandel bietet hier Salben und auch Tropfen an. Allerdings sollten alle Vögel im Bestand gleichermaßen behandelt werden. Um sicherzugehen, daß alle Milben erfolgreich behandelt worden sind, ist die Anwendung nach 8 Tagen zu wiederholen.

Andere Milben

Es gibt noch eine Reihe von Milben, die den WS zusetzen, doch ist deren Befall nicht bedrohlich. Einige setzen sich in den Federn des Vogels ab. Ihre Bekämpfung kann jedoch ebenso mit dem Insekten-Strip erzielt werden, der sich als Universalmittel gegen Milben erwiesen hat.


Interne Parasiten
 

Luftsackmilben

Luftsackmilben kommen primär in den Atmungsorganen (wie Luftröhre, Luftsäcke, Lunge und selbst Knochenzellen) vor. Bei Befall zeigt der Vogel pumpende Bewegungen mit dem Schwanz. Eine genaue Diagnose kann nur der Tierarzt vornehmen, der auch die Behandlungsmethode verordnet.

Würmer

Es gibt eine Reihe von Würmern, von denen der WS befallen sein kann, wie z.B. Haarwürmer, Spulwürmer usw. Auch hier ist der Tierarzt gefragt, der das passende Medikament hat, was bei der Behandlung von Würmern Anwendung finden sollte. Vorgeschlagen wird meist eine dreimalige Wurmkur pro Jahr um möglichen Befall zu vermeiden.


Krankheiten
 

Durchfall

Darmerkrankungen deuten in den meisten Fällen auf Parasitenbefall hin, hervorgerufen durch Bakterien wie Colibakterien oder Chlamydien. Man erkennt diese Erkrankung durch einfache Beobachtung. Bakterielle Erkrankungen verursachen eine hyperaktive Verdauung, wobei das aufgenommene Futter nur teilweise verdaut wird. Der Kot riecht faul und zeigt eine grünliche Färbung wie bei einer Salmonellenerkrankung oder eine weiße wie beim Befall von Colibakterien. Im Fall von Clamydien zeigt sich ein klebriger grüner Kot. Alle internen Organe sind geschwollen und erzeugen Fieber. Hier ist eine Behandlung mit Tetracyclin (als Terramycin oder Aureomycin auf dem Markt bekannt, erforderlich. Eine Säuberung des Käfigs ist jedoch in jedem Fall angezeigt, um eine erneute Aufnahme von Bakterien aus dem nahen Umfeld des erkrankten Vogels zu vermeiden. Stress, hervorgerufen durch zu engen Besatz, ist tunlichst zu vermeiden.

Kokzidien

Die Vögel scheiden in chronischer Form einen weißen, pastenartigen Kot aus. Bei starkem Befall können innere Verletzungen zum Tode des Vogels führen.

Chronische Atemstörungen

Die Anzeichen sind ähnlich wie bei Luftsackmilben, wobei die Vögel einen wässerigen Kot ablassen. Ihr Atem ist leicht röchelnd. Chronische Atemstörungen bedeuten kein größeres Problem beim WS wenn es rechtzeitig behandelt wird.

Unterernährung

Jodmangel führt beim WS zu Schilddrüsenerkrankungen. Dies zu erkennen ist sehr schwierig in Verbindung mit anderen Atmungsstörungen. Schwerer Atem, der sich wie "eh, eh, eh" anhört, kann ein sicheres Indiz hierfür sein. Die Behandlung ist in der Form vorzunehmen, daß eine leichte Jodtinktur ins Wasser gegeben wird, mit der der Vogel (Vögel) einmal pro Woche getränkt wird.
Calcium, Phospor, Vitamin D und Magnesium sind für den Skelettaufbau von Bedeutung. Calcium und Phosphor im Verhältnis von 2 : 1 in Verbindung mit Vitamin D sind von Wichtigkeit, um diese Spurenelemente in die Knochensubstanz einfließen zu lassen. Da die Hirsesorten ausreichend Phosphor, doch wenig Calcium enthalten, müssen Sepiaschalen, Kalksteine - oder auch Pulver zusätzlich gefüttert werden. Vitamin D kann bei Überdosierung toxische Wirkung haben, doch sollte, wenn verabreicht, D 3 genommen werden. Eine Stunde Tageslicht reicht aus, um den Bedarf an Vitamin D zu decken. Magnesium als weiteres Spurenelement verursacht bei Mangelerscheinung gekrümmte Zehen und geschwollene Beine.


Vermindertes Wachstum der Schwanzfedern

Sobald die Schwanzfeder aus dem Schaft bricht, verdickt sie sich und stirbt ab. Die Ursache hierfür ist unbekannt. Es hat den Anschein, als wenn Hennen hiervon stärker betroffen sind als die Hähne. Befallene Vögel gesunden nicht.

Trichomonaden

Trichomonaden lagern sich im Kropf des Vogels ab und verursachen ein ständiges Würgen des Vogels. Der Kropf füllt sich mit Wasser.
Die Behandlung ist nicht ganz einfach und sollte deshalb von einem Tierarzt vorgenommen werden, da eine Überdosierung der bekannten Mittel leicht zum Tode führen können. Das Medikament wird meist mit einer Kropfkanüle dem erkrankten Vogel direkt in den Kropf gespritzt, da gerade fütternde Altvögel - wenn erkrankt - zu vermehrter Wasseraufnahme neigen.


Gerade bei den Krankheiten kann man sehr vieles falsch machen. Deshalb ist es ratsam die Hilfe eines Tierarztes  anzunehmen, der u.a. durch Kotproben, Blutuntersuchungen usw. erst eine genaue Diagnose stellen kann. Viele Medikamente sind auch verschreibungs- bzw. rezeptpflichtig und können nur durch den Tierarzt bezogen werden. Sauberkeit und eine reichhaltige und  abwechslungsreiche Fütterung sollten aber immer angeboten werden, um so ein Ausbrechen der Krankheit entgegenzuwirken.