Synonyme:
Acariasis, Luftsack- Luftröhren- oder Lungenmilben
Vorkommen:
Weltweit bei vielen Vogelarten verbreitet, vor allem bei Kanarienvögeln
und Gouldamadinen, aber auch anderen Finken und Prachtfinken.
Epizootiologie:
Zwischen Infektion und Auftreten der ersten klinischen
Krankheitserscheinungen können mehrere Wochen bis Monate liegen. Die
Übertragung geschieht von Vogel zu Vogel beim Schnäbeln, beim Füttern oder
indirekt über das Trinkwasser und Futter.
Pathogenese:
Häufig kompliziert von einer bakteriellen bedingten Tracheitis oder
Pneumonie.
Klinische Symptome:
Bei den Hähnen oft zuerst Stimmverlust, dann geringe Schnabelbewegungen,
als ob die Vögel etwas abschlucken wollen, später Schnabelatmung,
Kopfschleudern, Niesen, Würgen und rasselnde Atemgeräusche; seltener Abmagerung
oder gestörtes Allgemeinbefinden. Leichte chronische Atemwegserkrankungen.
Diagnose:
Vorbericht und klinische Symptome lassen den Verdacht zu. Bei Bestandsproblemen
diagnostische Sektion und direkter Erregernachweis. Beim Einzelvogel
diagnostische Therapie mit 2prozentiger TCPG Spot-on (s.u.), im positiven Fall
sind die Symptome nach 48 Stunden verschwunden.
Pathologisch-anatomische Veränderungen:
Eine seromukoide Tracheitis mit viel Schleim. Lokale Pneumonieherde und
gelegentlich Luftsacktrübungen. Die Luftsackmilben sind mit dem unbewaffneten
Auge als schwarze Punkte im Choanenbereich, in der Trachea, den Luftsäcken und
im Lungengewebe zu erkennen.
Differentialdiagnose:
Bakteriell bedingte Pneumonie, Kanarienpocken und Syngamose.
Prognose:
Günstig bei Verhinderung der Reinfektion.
Therapie:
Auf die Haut im Schluckbereich Auftropfen (spot-on) einer 2 prozentigen
Trichlorphon-(neguvon)-Propylenglycol-Lösung (TCPG); dreimalige Applikation von
40 mg/kg KM am 1., 5. und 9. Behandlungstag. Durch die systemische Behandlung
werden alle Parasiten erreicht. Ivermectin (Ivomec) ist als 0,02prozentige
Lösung (Verdünnung mit 1,2 Propylenglycol) in einer Dosierung von 0,4 mg/kg KM
zur Spot-on Applikation geeignet. 2mal im Abstand von 2 Wochen. Dompfaff und
Stieglitz verendeten jedoch nach Applikation von Ivermectin (0,4 mg/kg KM).
Auch bei anderen Finkenarten sollte, um den Gesamtbestand nicht zu gefährden,
ein vorgeschalteter Verträglichkeitstest an wenigen Tiere durchgeführt oder die
2prozentige TCPG-Lösung eingesetzt werden. Prophylaxe: Spot-on Behandlung aller
Neuzugänge und Ausstellungsvögel.
WICHTIG:
Vögel sind keine Versuchsobjekte. Daher bitte
IMMER einen kundigen Tierarzt zu Rate ziehen. Er legt letzten Endes zum einen
die Diagnose und zum anderen die Therapie fest !!!